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Mit Urteil vom Mai 2019 (Az. C-55/18) hat der EuGH die EU-Arbeitszeit-Richtlinie (2003) so ausgelegt, dass eine Pflicht zur Aufzeichnung der gesamten Arbeitszeit besteht. Der deutsche Gesetzgeber hat diese Pflicht -abgesehen von einzelnen Branchen- noch nicht ausdrücklich umgesetzt. Das Arbeitsgericht Emden (Urteil v. 20.02.2020, Az. 2 Ca 94/19) hat nunmehr entschieden, dass von einer Pflicht zur Gesamterfassung der Arbeitszeit bereits aufgrund der bestehenden gesetzliche Grundlage auszugehen ist. Zur Vermeidung von Lohn- und Gehaltsnachzahlungen sollten Unternehmen ein System der Arbeitszeiterfassung inführen.

Das Geldwäschegesetz (GWG) dient der Geldwäscheprävention und soll verhindern, dass illegal erzielte Einnahmen verschleiert werden. Die vom GWG adressierten Unternehmen und Selbständigen (§ 2 GWG) dürfen keine anonymen Geschäfte abschließen und haben unter anderem ihre Kunden zu identifizieren (§ 10 GWG) und ein Risikomanagement (§4 GWG) durch Risikoanalyse (§ 5 GWG) und Sicherungsmaßnahmen (§ 6 GWG) einzurichten. Die Neuerungen zum 01.01.2020 betreffen u.a. die Erweiterung der Registrierungspflichten bei den Aufsichtsbehörden für Dienstleister für Gesellschaften und Treuhandvermögen (Kataloggeschäfte gem. § 2 Abs. 1 Nr. 13) und bei der FIU. Neben den bereits erfassten Berufgruppen der Rechtsanwälte (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 GWG) und Steuerberater (§ 2 Abs. 1 Nr. 12 GWG) sind hiervon insbesondere Unternehmensberater und andere Dienstleister betroffen, die in die Gründung von Unternehmen (Kapitalgesellschaften / Personengesellschaften) einbezogen sind.

Die Aufsichtsbehörden führen seit 2020 vermehrt verdachtsunabhängige Kontrollen auch hinsichtlich der Einrichtung eines Risikomanagements ein und erlassen auch Bußgeldbescheide.

Aktuell hat die Neuregelung des Rechts der Geschäftsgeheimnisse einem dringlichen Anpassungsbedarf für eine große Zahl mittelständischer Unternehmen ausgelöst, den die betroffenen Unternehmen z.T. noch nicht wahrgenommen haben:


Durch das Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen vom 18.04.2019 (GeschGehG) hat der Bundesgesetzgeber die EU-Richtlinie vom 8. Juni 2016 über den Schutz vertraulichen Know-hows und vertraulicher Geschäftsinformationen (Geschäftsgeheimnisse) umgesetzt.

Das neue Gesetz schafft einerseits  in weiten Teilen Rechtsklarheit und Rechtssicherheit, wertet das Geschäftsgeheimnis auf und ermöglicht eine leichtere prozessuale Durchsetzung der Rechte des Inhabers. Andererseits verlangt es vom Inhaber des Geschäftsgeheimnisses -bisher dem deutschen Recht unbekannt- angemessene Geheimhaltungs-maßnahmen, damit der gesetzliche Schutz überhaupt eingreift.

Das bedeutet, dass  die Unternehmen aktiv (eigene) Schutzmaßnahmen


  • rechtlicher
  • technischer
  • organisatorischer


ergreifen müssen, um den gesetzlichen Schutz der Geschäftsgeheimnisse nicht zu verlieren. Die besondere Dringlichkeit für solche Maßnahmen ergibt sich daraus, dass es  für den Inhaber im Geschäftsgeheimnisschutz keine "zweite Chance" gibt. Ist das  Geheimnis offenbart, existiert es nicht mehr.

Wir bieten Inhouse- und Kleinstgruppenveranstaltungen zur Umsetzung des Gesetzes Schutz von Geschäftsgeheimnissen für Geschäftsführung, andere Führungskräfte und spezialisierte Mitarbeiter im Unternehmen an. Wir informieren in unseren Veranstaltungen Unternehmen über die Grundlagen des Geschäftsgeheimnisschutzes, den Aufbau eines Schutzmanagements und schulen die Verantwortlichen bei der Gestaltung von verschiedenen Vertraulichkeitsvereinbarungen.